Was ist ein Werkstudent?


Die Begrifflichkeit Werkstudent, häufig auch falsch Werksstudent, tauchte erstmals 1920 auf, als vom Krieg freigestellte Studenten Tätigkeiten übernahmen, die durch in den Krieg gezogene Soldaten nicht mehr erfüllt werden konnten.

Aber bereits in den Jahren darauf wurde die Tätigkeit Werkstudent zu der, wie man sie heute kennt. Werkstudenten arbeiten neben ihrem Studium in einer Firma und verdienen so auf eine „einfache“ und effektive Art Geld nebenher. Dieses Arbeiten ist allerdings gesetzlich geregelt, da Werkstudent eine offizielle Bezeichnung und an Regeln gekoppelt ist.

So ist es nicht erlaubt, mehr als 20 Stunden pro Woche zu arbeiten. Auch wenn dies in einem Vollzeit- und Präsenzstudium sowieso schwierig zu erreichen ist, wäre hier das Ziel verfehlt und dem jeweiligen Arbeitgeber die Möglichkeit gegeben, an günstige Arbeitskräfte zu kommen. Diese genannte 20 Stundenregelung betrifft allerdings nur die Vorlesungszeit. In den Semesterferien bzw. in der Vorlesungsfreien Zeit kann die Arbeitszeit problemlos auf über 20 Stunden ausgedehnt werden. Hier liegt es beim Arbeitgeber und/oder beim Werkstudenten, wie viel Zeit er arbeitet.

Anders als bei vielen Praktikantenstellen ist eine Vergütung Pflicht und auch vollkommen normal. Der Stundenlohn des Werkstudenten Gehalts liegt für gewöhnlich zwischen 8 und 14€ Brutto. Dazu aber hier mehr: Der Student stellt also keine ausnehmbare, kostenlose Arbeitskraft dar. Ganz im Gegensatz sind Werkstudenten in Firmen sehr beliebt, da sie im Gegensatz zu Praktikanten für gewöhnlich über mehrere Semester regelmäßig vor Ort sind.

Stellen als Werkstudent finden sich in jeder Universitäts- und Hochschulstadt. Thematisch findet sich zu vielen Studiengängen etwas. Allerdings ist eine Tendenz zu erkennen, dass insbesondere in der IT-Branche sowie in betriebswirtschaftlichen Bereichen Werkstudenten in Programmierabteilungen, zum Controlling oder aber im Marketing bzw. Online-Marketing eingestellt werden.

Vorteile als Werkstudent

Da Studenten ihre Tätigkeit häufig ab dem 1. Semester ihr komplettes Studium begleitend ausüben, sind diese mit Abschluss des Studiums bereits perfekt in der Firma eingearbeitet und integriert. Im Optimalfall haben sie sogar verschiedene Abteilungen durchlaufen, um so einen kompletten Überblick zu haben. Andernfalls sollten sie in einer speziellen Abteilung stark involviert sein.
Die lange Mitarbeit führt mit sich, dass Unternehmen häufig das Angebot unterbreiten, bei ihnen die Bachelor/Master bzw. früher Diplomarbeit zu schreiben. Hier profitiert nicht nur der Werkstudent durch gute Betreuungsbedingungen. Auch das Unternehmen zieht aus der Arbeit einen Mehrwert.


Weiterhin wird Werkstudenten gerne nach Abschluss ihres Studiums ein Angebot für eine Festanstellung unterbreitet. Es entfällt eine zeitaufwendige Einarbeitung und für beide Parteien ist klar, wie die Beschäftigung aussieht und was sie vom jeweils anderen zu erwarten hat.

Die dauerhafte Präsenz, unter dem Semester bis 20 Stunden, in den Semesterferien häufig in Form von Vollzeit (~40h/Woche), zahlt sich auch dahingehend aus, dass Werkstudenten nicht nur oberflächlich mit Aufgaben betraut werden, sondern je nach Kompetenz auch in Teamarbeit an richtigen Projekten mitarbeiten können. Hiervon profitiert im selben Zug natürlich auch das Unternehmen, da so die Werkstudenten als tatkräftige Unterstützung an die Seite von Festangestellen gegeben werden können.

Für Studenten bietet das fachbezogene Geldverdienen einige Vorteile. So kann man im Studium erlerntes gleich in den Werkstudenten Jobs anwenden und qualifiziert sich dazu noch weiter.
Beispiel: Ein BWL Student hat die Möglichkeit für 12€/Stunde in einem mittelständischen Unternehmen im Controlling zu arbeiten. Hierbei benötigt er in der Uni gelerntes, wird aber durch andere Mitarbeiter noch weiter ausgebildet. Er profitiert also doppelt und muss nicht sonst typischen studentischen Arbeiten wie Kellnern oder Umzugshelfer nachgehen.

Zudem ist der Status als Werkstudent auch dahingehend interessant, dass der Arbeitgeber einen gezielt im Studium einstellt. Die Folge daraus ist, dass er selbstverständlich mehr Rücksicht auf Tätigkeiten neben der Arbeit nimmt/nehmen kann, als die Bar um die Ecke. Eine Arbeit als Werkstudent ist auf jeden Fall lohnend und absolut zu empfehlen.

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